Atmende Arbeitszeiten

Kaum ein Thema wird so heiß diskutiert wie die Arbeitszeit, denn sie strukturiert unsere Arbeitswelt wie unser gesamtes Leben. Wer wann wie viel Zeit wofür und mit welchem Grad an Souveränität aufwendet – das entscheidet über Einkommen, Berufsbiografien, Weiterbildungsmöglichkeiten, selbst über die Familiengründung. Um die "richtige" Arbeitszeit ringen nicht nur Arbeitgeber und Gewerkschaften: Zwischen Beschäftigten, in Arbeitsteams und sogar in Partnerschaften und Familien finden diese Aushandlungsprozesse statt. Auch ist der Arbeitsmarkt immer noch gespalten in (zumeist männliche) Vollzeit und (zumeist weibliche) Teilzeit. Diese Spaltung entspricht immer weniger den Bedürfnissen; die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Arbeitszeit wird in immer neuen Studien nachgewiesen. Angesichts der drängenden Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit sowie der wachsenden Qualifizierungsanforderungen für die Beschäftigten ist ein Ausgleich der Interessen unabdingbar. Zeit wird zur Schlüsselfrage in der digitalen Transformation; gleichzeitig liegt hier auch eine Antwort: Wenn es gelingt, den technischen Fortschritt (also die erwartete "digitale Dividende") in Zeitsouveränität umzuwandeln, lassen sich andere Konflikte entschärfen, etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Forschungsförderung Report : Leben und Arbeiten in Flexibilität

Wem gehört die Zeit? Wenn es um die Arbeitszeitgestaltung von morgen geht, werden Arbeitszeitmodelle, die lebensphasenspezifischen Zeitbedürfnissen von Beschäftigten gerecht werden, immer wichtiger. Unterschiedliche gesetzliche, tarifvertragliche und betriebliche Arbeitszeitregelungen bieten Chancen für Autonomie und Arbeitszeitsouveränität. Der Report zeigt Herausforderungen und Gelingensbedingungen für eine gewinnbringende Umsetzung in der Praxis und analysiert Instrumente und Konzepte für die Arbeitszeitgestaltung der Zukunft.

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WSI Report : Mental Load

Der Mental Load ist neben der Aufteilung von Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen eine zentrale Dimension partnerschaftlicher bzw. geschlechtsspezifischer Ungleichheit. Auf Basis der WSI-Erwerbspersonenbefragung zeigt der Report, dass Frauen bzw. Mütter den größten Teil des Mental Loads tragen.

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LABOR.A 2023 – Panel : Die Vier-Tage-Woche. Was sie ist, kann, soll und nicht werden darf.

Die Vier-Tage-Woche ist in aller Munde. Sie ist der Wunsch vieler junger Erwerbstätiger. Ist sie wirklich das Ende der deutschen Wirtschaftsleistung, der Weg zu Beschäftigungssicherung? Trägt sie zur Verschärfung des Fachkräftemangels bei oder ist sie die Lösung? Ein Schritt zu mehr Gleichstellung, der Weg hin zu nachhaltigerem Wirtschaften oder doch nur Arbeitsverdichtung? All diese Fragen werden in diesem Panel diskutiert.

Netz LABOR.A23

WSI Policy Brief 79 : 4-Tage-Woche

Die Studie auf Basis aktueller Befragungsdaten ergibt, dass sich 81 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen eine Vier-Tage-Woche mit entsprechend niedrigerer Wochenarbeitszeit wünschen, davon 71 Prozent nur mit vollem Lohnausgleich. Arbeitszeitverkürzung hat Potentiale für die Transformation und kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken und zur Gesunderhaltung und Vereinbarkeit beitragen.

WSI

Systemrelevant Podcast : Was ist suchthaftes Arbeiten und wen betrifft es?

Auf Basis einer Erwerbstätigenbefragung untersuchte eine HBS geförderte Studie, was suchthaftes Arbeiten ist und was es mit der Gesundheit macht. Die Autorin Beatrice van Berk und Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der HBS erläutern die Ergebnisse der Studie, nach der zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland von suchthaftem Arbeiten betroffen sind.

Podcast Systemrelevant 140 Suchthaftes Arbeiten

Böckler Impuls : Homeoffice bleibt

Die Coronakrise hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert und könnte eine neue Ära der Arbeit ohne räumliche Bindung einleiten, sagen Politikwissenschaftler Daniel Lorberg und Holger Janusch. Die meisten Beschäftigten, insbesondere in den Bereichen Management, IT, Finanzen und Recht sowie in Industrieländern mit hohem Einkommen, wollen auch nach der Pandemie weiterhin teilweise im Homeoffice arbeiten. Das verändert die Ökonomie in den Industrieländern und könnte zu neuen sozialen Spannungen führen.

Impuls Teaser

Auf einen Blick : Studien zu Homeoffice und mobiler Arbeit

Homeoffice ist in der Corona-Krise für viele zur täglichen Realität geworden. Welche Möglichkeiten die mobile Arbeit bietet und welche Risiken entstehen, erforscht die Hans-Böckler-Stiftung bereits seit vielen Jahren. Unsere wichtigsten Studien und Erkenntnisse im Überblick.

HBS

Diskussionspapier : ARBEIT IST DAS HALBE LEBEN

Prof. Dr. Christa Liedtke und Dr. Anne Caplan vom Wuppertal Institut fordern in ihrem neuen Diskussionspapier „Arbeit ist das halbe Leben!? Über ein neues Statussymbol: Zeit und was wir damit anfangen“ nachhaltige und resiliente Arbeitsmodelle zu etablieren.

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