Atmende Arbeitszeiten

Kaum ein Thema wird so heiß diskutiert wie die Arbeitszeit, denn sie strukturiert unsere Arbeitswelt wie unser gesamtes Leben. Wer wann wie viel Zeit wofür und mit welchem Grad an Souveränität aufwendet – das entscheidet über Einkommen, Berufsbiografien, Weiterbildungsmöglichkeiten, selbst über die Familiengründung. Um die "richtige" Arbeitszeit ringen nicht nur Arbeitgeber und Gewerkschaften: Zwischen Beschäftigten, in Arbeitsteams und sogar in Partnerschaften und Familien finden diese Aushandlungsprozesse statt. Auch ist der Arbeitsmarkt immer noch gespalten in (zumeist männliche) Vollzeit und (zumeist weibliche) Teilzeit. Diese Spaltung entspricht immer weniger den Bedürfnissen; die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Arbeitszeit wird in immer neuen Studien nachgewiesen. Angesichts der drängenden Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit sowie der wachsenden Qualifizierungsanforderungen für die Beschäftigten ist ein Ausgleich der Interessen unabdingbar. Zeit wird zur Schlüsselfrage in der digitalen Transformation; gleichzeitig liegt hier auch eine Antwort: Wenn es gelingt, den technischen Fortschritt (also die erwartete "digitale Dividende") in Zeitsouveränität umzuwandeln, lassen sich andere Konflikte entschärfen, etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Kooperationsveranstaltung zwischen der Hans-Böckler-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung : Podiumsdiskussion zum Modellprojekt: Wo stehen wir bei der 4-Tage-Woche

Im Rahmen einer Pilotstudie testen knapp 45 Unternehmen seit Februar Umsetzungsvarianten einer 4-Tage-Woche. Welche Herausforderungen und Chancen bringt die 4-Tage-Woche mit sich? Und welche Perspektiven eröffnen sich für Arbeitnehmende und Arbeitgebende?

LABOR.A 2024 - Impuls : Mehr Rechte für die einen - Mehr Druck für die anderen: Tragen lebensphasenbezogene Zeitoptionen zu einer Dualisierung des Arbeitsmarktes bei?

In diesem Impuls des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen präsentiert Angelika Kümmerling.

Podcast Systemrelevant : Kita-Beschäftigte: Flucht in die Teilzeit?

Eine Aufstockung der Arbeitszeit kann Personalprobleme nicht lösen, attraktivere Arbeitsbedingungen sind nötig.

Working Paper Forschungsförderung : Nur Teilzeit in der Kita?

Kita-Beschäftigte arbeiten mehrheitlich in Teilzeit. Damit sich der Fachkräftemangel nicht noch weiter verschärft, sind attraktivere Arbeitsbedingungen nötig.

Forschungsförderung Report : Leben und Arbeiten in Flexibilität

Wem gehört die Zeit? Wenn es um die Arbeitszeitgestaltung von morgen geht, werden Arbeitszeitmodelle, die lebensphasenspezifischen Zeitbedürfnissen von Beschäftigten gerecht werden, immer wichtiger. Unterschiedliche gesetzliche, tarifvertragliche und betriebliche Arbeitszeitregelungen bieten Chancen für Autonomie und Arbeitszeitsouveränität. Der Report zeigt Herausforderungen und Gelingensbedingungen für eine gewinnbringende Umsetzung in der Praxis und analysiert Instrumente und Konzepte für die Arbeitszeitgestaltung der Zukunft.

WSI Report : Mental Load

Der Mental Load ist neben der Aufteilung von Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen eine zentrale Dimension partnerschaftlicher bzw. geschlechtsspezifischer Ungleichheit. Auf Basis der WSI-Erwerbspersonenbefragung zeigt der Report, dass Frauen bzw. Mütter den größten Teil des Mental Loads tragen.

LABOR.A 2023 – Panel : Die Vier-Tage-Woche. Was sie ist, kann, soll und nicht werden darf.

Die Vier-Tage-Woche ist in aller Munde. Sie ist der Wunsch vieler junger Erwerbstätiger. Ist sie wirklich das Ende der deutschen Wirtschaftsleistung, der Weg zu Beschäftigungssicherung? Trägt sie zur Verschärfung des Fachkräftemangels bei oder ist sie die Lösung? Ein Schritt zu mehr Gleichstellung, der Weg hin zu nachhaltigerem Wirtschaften oder doch nur Arbeitsverdichtung? All diese Fragen werden in diesem Panel diskutiert.

WSI Policy Brief 79 : 4-Tage-Woche

Die Studie auf Basis aktueller Befragungsdaten ergibt, dass sich 81 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen eine Vier-Tage-Woche mit entsprechend niedrigerer Wochenarbeitszeit wünschen, davon 71 Prozent nur mit vollem Lohnausgleich. Arbeitszeitverkürzung hat Potentiale für die Transformation und kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken und zur Gesunderhaltung und Vereinbarkeit beitragen.

Systemrelevant Podcast : Was ist suchthaftes Arbeiten und wen betrifft es?

Auf Basis einer Erwerbstätigenbefragung untersuchte eine HBS geförderte Studie, was suchthaftes Arbeiten ist und was es mit der Gesundheit macht. Die Autorin Beatrice van Berk und Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der HBS erläutern die Ergebnisse der Studie, nach der zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland von suchthaftem Arbeiten betroffen sind.

Böckler Impuls : Homeoffice bleibt

Die Coronakrise hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert und könnte eine neue Ära der Arbeit ohne räumliche Bindung einleiten, sagen Politikwissenschaftler Daniel Lorberg und Holger Janusch. Die meisten Beschäftigten, insbesondere in den Bereichen Management, IT, Finanzen und Recht sowie in Industrieländern mit hohem Einkommen, wollen auch nach der Pandemie weiterhin teilweise im Homeoffice arbeiten. Das verändert die Ökonomie in den Industrieländern und könnte zu neuen sozialen Spannungen führen.

WSI Mitteilung : Homeoffice: Arbeit und Raum seit Corona

Das WSI-Schwerpunktheft behandelt Chancen, Risiken und langfristige Folgen der verstärkten Homeoffice-Nutzung seit der Pandemie. Dabei wird die Vielfalt dieser Chancen und Risiken für Arbeitnehmer*innen und für Räume der Gesellschaft, wie Wohnung, Stadt und Nationalstaat beleuchtet.

WSI-Report : Flexibilisierung der Arbeitszeit

Yvonne Lott und Elke Ahlers zeigen im Report, welche positiven und negativen Folgen flexible Arbeitszeiten (inklusive mobile Arbeit) für die Gesundheit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben können.

LABOR.A 2020 – Session Dokumentation : Homeoffice in Zeiten der Pandemie

Die Corona-Pandemie legt es offen: Homeoffice bietet Chancen, bereitet Probleme und muss noch reifen. Auf der LABOR.A wurden die Herausforderungen des Arbeitens in Nähe und Distanz diskutiert.

Auf einen Blick : Studien zu Homeoffice und mobiler Arbeit

Homeoffice ist in der Corona-Krise für viele zur täglichen Realität geworden. Welche Möglichkeiten die mobile Arbeit bietet und welche Risiken entstehen, erforscht die Hans-Böckler-Stiftung bereits seit vielen Jahren. Unsere wichtigsten Studien und Erkenntnisse im Überblick.

WSI-Mitteilungen : (FEHLENDE) SELBSTBESTIMMUNG ÜBER DIE ARBEITSZEIT UND ABSCHALTEN VON DER ARBEIT

Yvonne Lott zeigt, dass völlig selbstbestimmte Arbeitszeiten mit Extensivierung und dadurch mit einem Nicht-Abschalten von der Arbeit während der arbeitsfreien Zeiten einhergehen und analysiert, inwiefern dies Frauen und Männer im gleichen Maße betrifft.

Online-Kongress "Digitaler Kapitalismus – Zeitenwende durch Corona?" : Forum „Homeoffice – Arbeitsarrangement der Zukunft“ am 12.11.2020

Welche politischen und gewerkschaftliche Handlungsspielräume gilt es zu nutzen, um mobile Arbeit im Sinne Guter Arbeit zu gestalten? Diese Frage diskutierte Julia Kropf mit Constanze Kurz, Bosch GmbH, und Elke Ahlers, WSI.

Diskussionspapier : ARBEIT IST DAS HALBE LEBEN

Prof. Dr. Christa Liedtke und Dr. Anne Caplan vom Wuppertal Institut fordern in ihrem neuen Diskussionspapier „Arbeit ist das halbe Leben!? Über ein neues Statussymbol: Zeit und was wir damit anfangen“ nachhaltige und resiliente Arbeitsmodelle zu etablieren.

Studie : ARBEITSZEITERFASSUNG BEI MOBILER BESCHÄFTIGUNG

Yvonne Lott beleuchtet die Arbeitszeiterfassung bei mobilen Beschäftigten aus organisatorischer, arbeitsmarktspezifischer, technischer, juristischer und datenschutzrechtlicher Perspektive.

Working Paper Arbeit der Zukunft : Auszeiten - Rauszeiten

Wie können (Kurzzeit-)Sabbaticals, also Auszeiten zwischen 4 Wochen und 12 Monaten, im Kontext von Arbeit 4.0 so ausgestaltet werden, dass auch Geringverdienende, Teilzeitbeschäftigte, Alleinerziehende oder die zunehmende Zahl der befristet Beschäftigten von ihnen profitieren?

Re:publica im digitalen Exil : Session "Home-Office in (Nach-)Corona-Zeiten"

Die Corona-Krise wirkt als rasanter Beschleuniger auf Unternehmenskulturen und hat in vielen Bereichen die Einführung bzw. den Ausbau von Homeoffice ermöglicht. Was aber wird nach der Krise davon bleiben?

Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung : Innovative Arbeitszeitpolitik im Dienstleistungssektor

Die Studie dokumentiert und analysiert Antworten der Gewerkschaften des Dienstleistungssektors in ausgewählten europäischen Ländern auf neue arbeitszeitpolitische Herausforderungen.

Arbeitspapier : Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt

Wird die Digitalisierung die Arbeitswelt geschlechtergerechter machen – oder wird genau das Gegenteil eintreten? Das Arbeitspapier beleuchtet die Felder, auf denen sich diese Frage entscheidet.

Report : Flexible Arbeitszeiten - eine Gerechtigkeitsfrage?

Für die Gestaltung einer Arbeitszeitpolitik, die allen Beschäftigtengruppen im gleichen Maße zugutekommt und soziale Ungleichheiten in den Betrieben vermeidet, wird die Klärung von Fragen rund um flexible Arbeitszeiten notwendig.