Standards für eine Arbeitswelt im digitalen Wandel

Die Arbeitsverhältnisse sind vielfältiger geworden. Welche Stellung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Arbeitswelt und damit in der Gesellschaft haben, entscheidet sich über die Beschäftigungsform: Haben die Arbeitenden überhaupt einen Arbeitsvertrag – oder erhalten sie (nur) einen Arbeitsauftrag? In welchem Umfang sind sie angestellt? Und zu welchen Konditionen? An diese Fragen knüpfen sich einerseits Chancen auf Einkommen und beruflichen Aufstieg, andererseits Rechte und soziale Absicherung. Letztere sind bislang an das Normalarbeitsverhältnis (unbefristete sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung) gebunden, von dem es aber inzwischen viele Abweichungen gibt, z. B. bei befristeter Beschäftigung, Teilzeit, Leiharbeit, Werkverträgen oder Solo-Selbstständigkeit. Organisieren sich Betriebe netzwerkförmig, setzen sie zwar weiterhin auf Angestellte, nutzen aber auch Freelancer als flexible Arbeitskräfte. Auch die Arbeit auf digitalen Plattformen - beim »Crowdworking« werden Aufträge digital für einen globalen Arbeitskräftepool ausgeschrieben - ist ein Trend, der das bestehende Arbeitsrecht herausfordert. Diese Vielfalt bietet einigen mehr Autonomie und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleichzeitig ist eine Polarisierung des Arbeitsmarktes in stärker und schwächer geschützte Beschäftigung die Folge. Die weißen Flecken von Beschäftigung, die nicht mehr durch das Arbeitsrecht erfasst sind, wachsen. Nötig ist daher die Neufassung des Arbeitnehmerbegriffs und des Betriebsbegriffs, um einen Rahmen für moderne Beschäftigungsformen zu schaffen.

WORKING PAPER : Transformative Arbeitsmarktpolitik – Herausforderung der Arbeitsmarktpolitik unter den Bedingungen der „konfluenten Digitalisierung“

Das Zusammentreffen von Post-Corona-Krise, Digitalisierung, Energiewende, Mobilitätswende und Agrarwende erfordere eine arbeitsmarktpolitische Flankierung, die in den überkommenen Strukturen und Kategorien der Arbeitsmarktpolitik nicht darstellbar sei. Das Working Paper schlägt für eine Übergangszeit von zehn Jahren ein Arbeitsmarktpolitisches Sonderprogramm „Transformation der Arbeitswelt“ im Umfang von jährlich vier Milliarden Euro vor.

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WSI Mitteilung : Plattformkapitalismus Made in China: Digitalisierung der Niedriglohnproduktion?

Der Beitrag analysiert Chinas sogenannte „vierte industriellen Revolution“. Der 2015 aufgelegte Masterplan „Made in China 2025“ soll den Übergang von der Niedriglohnfertigung zur digitalisierten Qualitätsproduktion anleiten. Dabei entstehen auch neue, für China spezifische Produktionsmodelle, die auf der Kombination von E-Commerce und Niedriglohnfertigung basieren. Solche Produktionsnetze importieren Kernelemente des Plattformkapitalismus und der sogenannten sharing economy in die industrielle Produktion. Aber sie erzeugen zugleich neue Formen der Niedriglohnarbeit und der sozialen Spaltung.

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Magazin Mitbestimmung : Wenn der Computer die Neue einstellt

Künstliche Intelligenz und Algorithmen sollen Personalabteilungen entlasten. Die Technik macht Entscheidungen aber nicht automatisch besser. Beschäftigtenvertreter müssen sie kritisch begleiten. Maren Knödl im Magazin Mitbestimmung über die Auswirkungen des Einsatz von KI und Algorithmen im Personalmanagement.

Studie : Gute Arbeit im Homeoffice - Was wir aus der Zeit der Pandemie für die zukünftige Gestaltung von Homeoffice lernen können

Das Arbeiten im Homeoffice hat sich pandemiebedingt von heute auf morgen zum Alltag vieler Beschäftigter entwickelt. Sofern arbeitsorganisatorisch möglich, galt es in vielen Bereichen der Arbeitswelt als naheliegender Ansatz der Pandemiebewältigung. Wie aber können wir die vielfältigen Erfahrungen der Pandemie nutzen, um Homeoffice auch später als zukunftsfähiges Arbeitsarrangement einzusetzen?

Studie : Partizipation von Crowdworkerinnen auf Crowdsourcing-Plattformen

Wie organisieren Crowdwork-Plattformen die Partizipation von CrowdworkerInnen in arbeits- und unternehmensbezogenen Themen? Diese Studie untersucht sechs Plattformen und kommt zu dem Schluss, dass Partizipation auf den Plattformen zwar möglich, aber ausbaufähig ist. Zusätzlich werden positive Beispiele aus der Praxis vorgestellt, Partizipationshürden diskutiert und Vorschläge für „neue“ Partizipationsinstrumente gemacht.

Mitbestimmungspraxis : Agiles Arbeiten mitgestalten

Bei agilem ist es wichtig, die Chance und Risiken für die Beschäftigten richtig einzuschätzen und Veränderungsprozesse in Unternehmen aktiv mitzugestalten. Diese Ausgabe der Mitbestimmungspraxis beleuchtet die Handlungsfelder insbesondere bei der Strategieentwicklung und präsentiert Inhalten aus aktuellen Betriebsvereinbarungen.

Forschungsverbünde : Digitalisierung, Mitbestimmung, gute Arbeit

Der Prozess der Digitalisierung hat grundlegende Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft. Der Forschungsverbund „Digitalisierung, Mitbestimmung, gute Arbeit“ widmet sich vor diesem Hintergrund der Frage, wie sich der Prozess der Digitalisierung im Sinne von Mitbestimmung und guter Arbeit gestalten lässt.

Keyvisual Digitalisierung und Mitbestimmung

Forschungsverbünde : Crowdsourcing und Plattformökonomie

Über digitale Plattformen läuft ein zunehmender Teil unseres täglichen Lebens. Auch Unternehmen lagern zunehmend Prozesse „in die Cloud“ aus. Die Frage, welche Auswirkung dies auf Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung hat, betrifft dabei nicht nur das Crowdsourcing im engeren Sinne: die Auslagerung von Tätigkeiten an eine prinzipiell unbegrenzte „Crowd“ über digitale Plattformen.

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