Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen

Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Arbeitswelt angekommen. In vielen Bereichen beginnen Unternehmen, sich mit Einsatzmöglichkeiten von KI zu befassen, um sie in ihren Wertschöpfungs- und Arbeitsprozessen zu nutzen. Der Einsatz von KI markiert den Beginn grundlegender Umbrüche der Arbeit. Aufgaben bis weit in die Sphäre der Wissensarbeit könnten automatisiert und menschliche Arbeit einer neuen Qualität der Kontrolle unterzogen werden. Sie birgt jedoch auch neue Potentiale für die Autonomie von Beschäftigten, für die Aufwertung von Tätigkeiten und für Gute digitale Arbeit. Wie kann KI die Arbeit der Menschen erleichtern und menschenzentriert und nachhaltig gestaltet werden? Wie kann KI die Handlungsmöglichkeiten der Beschäftigten erweitern und mehr Demokratie am Arbeitsplatz ermöglichen?

LABOR.A 2021 - Session : KIDD – KI im Dienste der Diversität

Ziel des BMAS geförderten Forschungsprojektes KIDD ist es, in vier Experimentierräumen einen innovativen, auf andere Unternehmen übertragbaren Prozess für die transparente, partizipative und inklusive Einführung von KI zu entwickeln. In diesem Beitrag werden Erkenntnisse aus dem Projekt diskutiert. Um KI beteiligungsorientiert einzuführen, wurde in den Unternehmen ein „Panel der Vielfalt (PdV)“ etabliert. Darin sind Entscheidungsträger:innen, Prozessbeteiligte und Mitarbeitende vertreten. In der Session stellen Projektbeteiligte und assoziierte Expert:innen die Arbeit in den Experimentierräumen vor. Der Fokus liegt auf dem Etablierungsprozess des Panels der Vielfalt und auf Überlegungen zu Repräsentanz von Vielfalt, Legitimität der Besetzung und Entscheidungsbefugnisse.

Labor.a 2020 labora

LABOR.A 2021 - Session : Europäische Regelungsansätze für Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt

Die EU-Kommission hat einen risikobasierten Regulierungsvorschlag für die Zulassung von Künstlicher Intelligenz in Europa vorgelegt. Dieser weltweit einzigartige Ansatz sieht auch für die Arbeitswelt neue Regeln vor. Arbeit und Beschäftigung sollen mit besonderen Auflagen für Anbieter von KI-Anwendungen verbunden werden. Gleichwohl wird das Anwendungsgebiet eingeschränkt. Zudem finden sich keine Vorgaben für betriebliche (Change-)Prozesse und Handlungsmöglichkeiten der betrieblichen Interessensvertretungen. Im Panel werden der Vorschlag der EU-Kommission sowie die arbeitspolitischen und gewerkschaftlichen Anforderungen für KI im Betrieb diskutiert.

Keyvisual Digitale Transformation

LABOR.A 2021 - Session : Der People-Analytics-Rückblick: Was hat sich getan im Bereich Künstlicher Intelligenz in der Personalarbeit

Überwachung im Homeoffice war ein viel diskutiertes Thema des vergangenen Jahres. People-Analytics-Anwendungen, die Beschäftigtendaten automatisieren und teils mittels Künstlicher Intelligenz auswerten, waren Dreh- und Angelpunkt dieser Diskussionen. Welche Veränderungen sich durch zunehmende Fernarbeit, technologische Entwicklungen aber auch die vorgeschlagene EU-KI-Regulierung abzeichnen, und inwieweit Arbeitnehmervertretungen hierauf vorbereitet sind, wollen wir interaktiv mit dem Publikum und unseren Referent:innen diskutieren. Dabei wollen wir den Blick auch in die Zukunft richten und erarbeiten, wie ein Mitarbeiter:innen-gerechter Einsatz von diesen Anwendungen aussehen kann.

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Positionspapier : Draft AI Act: EU needs to live up to its own ambitions in terms of governance and enforcement

AlgorithmWatch begrüßt die Bemühungen der Europäischen Kommission zur Entwicklung eines Rahmens für die Steuerung von KI-basierten Systemen zu entwickeln, der auf europäischen Werten und dem Schutz der Grundrechte basiert. Dennoch befürchten die Autor:innen, dass der Entwurf des Gesetzes über künstliche Intelligenz in seiner jetzigen Fassung Entwurf des Gesetzes über künstliche Intelligenz in seiner jetzigen Fassung nicht zuverlässig und umfassend seine Ziele erreicht. Die Autor:innen fordern daher den Rat und das Parlament auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen , um die Unzulänglichkeiten des Gesetzes zu korrigieren, seine Unklarheiten zu klären und seine Kohärenz zu verbessern, damit der Rechtsakt letztendlich zu einem wirksamen Mittel für die Nutzung von KI-basierten Systemen zum Nutzen der Menschen - und nicht zu ihrem Nachteil werden. Bei der Weiterentwicklung des vorgeschlagenen KI-Gesetzes sollen das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten ihren risikobasierten Ansatz überdenken, sich auf die betroffenen Gemeinschaften konzentrieren und die Transparenzanforderungen und Durchsetzungsmechanismen verstärken.

Keyvisual Digitale Transformation

Vortrag - HIIG : Mythos: KI kann menschliches Verhalten präzise vorhersagen und optimieren

Durch den technologischen Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der wachsenden Menge an Verhaltensdaten, die Mitarbeiter:innen in ihrer täglichen Routine generieren, sind sogenannte People-Analytics-Tools zu einem Thema der öffentlichen Debatte geworden. Diese Tools erfassen und analysieren die Verhaltensdaten von Mitarbeitenden, kombinieren sie mit Geschäftsdaten und bieten Mitarbeitenden und ihren Führungskräften Einblicke in Arbeitsabläufe, Leistung und Potenzial. Auf dieser Basis verspricht People Analytics, mitarbeiterbezogene Entscheidungen zu objektivieren und zu optimieren. Manager*innen stellten daher hohe Erwartungen an diese Tools, insbesondere angesichts der wachsenden Zahl von Mitarbeitenden, die von zu Hause aus arbeiten und sich außerhalb ihrer räumlichen Kontrolle bewegten.

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Diskussionsbeitrag : KI und Nachhaltigkeit.

Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen der Menschheit. Insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) bietet vielfältige Potenziale, den Energie- und Ressourcenverbrauch zu minimieren und dabei nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Die Publikation beleuchtet diese Potenziale in 15 Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Zudem werden innovative KI-Praxisprojekte vorgestellt, die zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft beitragen können.

E-Paper: Heinrich Böll Stiftung : Künstliche Intelligenz und Klimawandel.

Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedenen Lebensbereichen wird es immer wichtiger zu verstehen, auf welche Weise KI den Klimaschutz beeinflusse und wie die Gesellschaft Entwicklungen diesbezüglich steuern kann. Einerseits kann die KI Ansätze zum Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel in vielen Bereichen unterstützen, etwa im Energiesektor, in der Produktion von Gütern, in der Land- und Forstwirtschaft und im Katastrophenschutz. Andererseits kann KI genauso zum vermehrten Ausstoß von Treibhausgasemissionen beitragen, nämlich durch Anwendungen, die den emissionsintensiven Wirtschaftszweigen zugutekommen oder den Konsum der Endverbraucher*innen ankurbeln, und durch den Energieverbrauch der KI selbst. Die Autor*innen geben einen kurzen Überblick über die vielfältigen Zusammenhänge zwischen KI und Klimawandel und listen politische Maßnahmen auf, mit welchen der Einsatz von KI mit dem Klimaschutz in Einklang gebracht werden kann, beispielsweise in den Bereichen Ernährungssicherheit, Stromerzeugung und Mobilität.

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ETUI - Policy Brief : The AI Regulation: entering an AI regulatory winter?

KI-Systeme im Beschäftigungskontext bedeuten Eingriffe in die Privatsphäre und negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmer*innen. Der Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission, der am 21. April 2021 veröffentlicht wurde, geht nicht auf die Besonderheit von KI-Anwendungen im Beschäftigungsbereich ein, einschließlich Plattformarbeit. Daher ist eine Ad-hoc-Richtlinie zu KI in der Beschäftigung erforderlich. Infolge der Fokussierung des Regulierungsansatzes auf Anwendungen mit hohem Risiko werden die Mehrheit der Anwendungsfälle als risikoarm eingestuft, keiner Bewertung unterzogen und de facto zugelassen. Anwendungen mit hohem Risiko werden vorbehaltlich der Einhaltung bestimmter Anforderungen und einer Ex-ante-Konformitätsbewertung auf der Grundlage interner Kontrollprüfungen zugelassen. Dieser Ansatz begünstigt die Technologieanbieter, obwohl die Priorität dieser Verordnung der Schutz der EU-Bürger*innen und der Arbeitnehmerrechte sein solle.

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WZB Mitteilung : Diskriminierung durch Data Bias. Künstliche Intelligenz kann soziale Ungleichheiten verstärken.

Künstliche Intelligenz, die auf der Grundlage großer Datenmengen Entscheidungen trifft oder anleitet, kann diskriminierende Effekte erzeugen und vorhandene Ungleichheiten automatisiert verstärken – vor allem dann, wenn sie in gesellschaftlichen Kontexten wie dem Arbeitsmarkt, sozialstaatlichen Verteilungen oder Kreditfragen zur Anwendung kommen. Drei Arten von Bias können unterschieden werden: rein technischer, soziotechnischer oder aber gesellschaftlicher Bias.

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Study : People Analytics muss den Menschen zugutekommen

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Personalmanagement steckt noch in den Kinderschuhen. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie sie überhaupt zu besseren und faireren Personalentscheidungen beitragen kann. In seinem Gutachten entwickelt Michele Loi von der Universität Zürich Empfehlungen dafür, wie Systeme zum automatisierten Personalmanagement ethisch angemessen eingesetzt werden können. Entscheidend sind guter Datenschutz, fachliche Kompetenz, transparente Verfahren und eine sorgfältige Überprüfung der Auswirkungen automatisierter Entscheidungen.

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Aufsatz : Künstliche Intelligenz – Handlungsfeld für betriebliche Mitbestimmung und Arbeitsrechtsregulierung

Künstliche Intelligenz (KI) verändere die Arbeitswelt und prägt gesellschaftliche sowie rechtspolitische Debatten um Digitalisierung. Worum gehe es, wenn von KI gesprochen wird? Der Aufsatz geht auf technische Entwicklungen und Begriffe wie Algorithmen, Maschinelles Lernen, starke und schwache KI ein. Und was bedeutet das für Akteure der betrieblichen Mitbestimmung? Der Beitrag zeigt Handlungsmöglichkeiten nach dem geltenden Recht auf – insbesondere dem Betriebsverfassungsgesetz sowie dem Datenschutzrecht. Es wird erläutert, welche Mitbestimmungsrechte greifen, und empfohlen, worauf bei der Vertretung der Interessen von Beschäftigten zu achten ist, wenn Betriebsvereinbarungen zur Einführung und Nutzung von KI-Systemen geschlossen werden. Im letzten Teil zeigt der Beitrag den rechtspolitischen Handlungsbedarf auf und macht konkrete Regulierungsvorschläge unter Bezugnahme auf die Expertengutachten der europäischen Kommission und der Datenethikkommission der Bundesregierung.

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Mitbestimmungspraxis : Machine Learning Anwendungen in der betrieblichen Praxis. Praktische Empfehlungen zur betrieblichen Mitbestimmung.

KI-Modelle und Machine-Learning-Anwendungen halten Einzug in die alltägliche Praxis von Unternehmen und können mitbestimmt werden. Um die Interessen und Rechte der Beschäftigten zu berücksichtigen und zu schützen, sollten die aktuellen Regelungen in betrieblichen IT-Vereinbarungen hinterfragt und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit geprüft werden. Die Auswertung "Machine-Learning-Anwendungen in der betrieblichen Praxis" zeigt Handlungsmöglichkeiten anhand von Regelungspunkten aus insgesamt 29 abgeschlossenen Betriebs- und Dienstvereinbarungen. Die Ergebnisse wurden in Workshops mit Betriebs- und Personalräten diskutiert und relevante Regelungsaspekte zu KI-Modellen und Machine-Learning-Anwendungen abgeleitet. Sie sind Bestandteil der hier vorgestellten Handlungsempfehlungen.

Working Paper : Automatisiertes Personalmanagement und Mitbestimmung

Unternehmen, die KI-basierte "People-Analytics"-Systeme verwenden, handeln möglicherweise rechtswidrig. Denn solche Systeme dürfen nicht eingesetzt werden, ohne dass Beschäftigte individuell eingewilligt haben oder eine Betriebsvereinbarung vorliegt. Zudem erfüllen "Black-Box"-Systeme nicht die Auskunftsanforderungen des Betriebsverfassungsgesetzes. Autonomie und Mitsprache der Beschäftigten müssen auch dann gewährleistet sein, wenn algorithmische Systeme im Personalmanagement eingesetzt werden. Doch Beschäftigte müssen sich auch selber angemessene Kompetenzen erarbeiten, um diese Verfahren zu verstehen.

Keyvisual Digitale Transformation

Mitbestimmungsreport, S. 52 : Künstliche Intelligenz als Herausforderung für die Mitbestimmung

In die Arbeitswelt halten Systeme Einzug, die mit „künstlicher Intelligenz“ (KI) arbeiten. Betriebsräte können Einfluss darauf nehmen, wie der Einsatz dieser KI in der Arbeitswelt gestaltet wird. Doch es gibt weiteren Regelungsbedarf. Die Autoren analysieren die juristi­schen Aspekte des Einsatzes von KI gestützten Anwendungen im Betrieb und Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte. Unter anderem empfehlen sie ein Mitbestimmungsrecht für die Beschäfti­gungssicherung sowie Möglichkeiten zur Initiierung beruflicher Weiterbildung und für Maßnahmen zum betrieblichen Datenschutz für den Betriebsrat. Aufgrund von Arbeitsver­dichtung und ­Entgrenzung sollte der Betriebsrat zudem ein Mitbestimmungsrecht für die Personal­bemessung und Arbeitsorganisation erhalten.

WISO - Diskurs : Die Ambivalenz des Neuen. Sozialer Fortschritt durch Plattformen, Blockchain und KI?

Die Studie setzt sich mit Fragen um Digitalisierung und soziale Innovationen auseinander: „Wie entsteht Neues im Zeitalter der Digitalisierung, und wo finden sich Chancen für soziale Innovationen?“, „Was ist bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, Blockchain und digitalen Plattformen zu erwarten?“, „Welche Chancen ergeben sich daraus?“ und „Wie müssen wir die Digitalisierung dafür politisch gestalten?“. Dazu veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) eine Fachgesprächsreihe, die bewusst von den Chancen der digitalen Transformation ausgeht und den Menschen in den Mittelpunkt der Entwicklung stellt. In den Blick genommen wurden die Techniken Blockchain, Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Plattformen und deren Potenziale für die drei Bereiche Gesundheit, Arbeit und Sicherheit. Auf Basis von Literaturanalyse sowie der veranstalteten Vorträge, Diskussionen und Expert/innengespräche wurden zudem Handlungsempfehlungen für die Gestaltung der digitalen Transformation formuliert.

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