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: Feminisierung

Die Kommission beschreibt die mit der Feminisierung des Arbeitsmarktes verbundenen Herausforderungen für die unterschiedlichen Akteure und befasst sich mit der Frage, wie gemeinsam eine neue Stufe der "Vereinbarkeit" von Beruf und Leben erreicht werden kann.

Berufstätige Frauen sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit: 71,5 Prozent der Frauen sind in Deutschland erwerbstätig; das Lissabon-Ziel der EU sieht sogar 75 Prozent vor.

Ein neues Selbstverständnis von Männern und Frauen

Die traditionelle Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen wird hinfällig; die Trennung der Sphären in eine private (weibliche) und eine öffentlich-berufliche (männliche) Sphäre weicht auf. Das entspricht dem Wunsch vieler (junger) Paare, die sich eine partnerschaftliche Arbeitsteilung wünschen; auch sind Betriebe aufgrund des demografischen Wandels zunehmend auf die Arbeitskraft von Frauen angewiesen.

Aber: Alte Rollenmuster wirken weiterhin nach

Gleichzeitig wirken alte Rollenmuster nach: Männer, die Arbeitszeit reduzieren, um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu betreuen, sind noch nicht selbstverständlich. Manche sprechen darum von einer „Fürsorge-Krise“. Zwar wird der Arbeitsmarkt weiblicher, doch betrifft das nicht alle Branchen und Hierarchieebenen gleichermaßen. Dennoch werden sich männliche und weibliche Erwerbsbiografien immer ähnlicher.

Chancen und Risiken der Feminisierung

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Prozess der nachholenden Modernisierung, mit den entsprechenden Chancen (auf mehr Lebensqualität) und Risiken (Überforderung und Rückfall in alte Rollenmuster). Die neuen Rollenmuster und Vereinbarkeitswünsche fordern alle Beteiligten heraus: Politik, Tarifpartner, Betriebe und das Individuum. Alte Arbeitszeitnormen geraten unter Druck, gewohnte Arbeitskulturen und Organisationsstrukturen werden fragwürdig – und das Private erfährt eine neue Sichtbarkeit. Gleichzeitig werden Tätigkeiten, die bislang unbezahlt und privat geleistet wurden, teilweise professionalisiert; der Bedarf an sozialen Dienstleistungen wie Kinderbetreuung, Pflege und Hilfe im Haushalt wächst. Es wachsen also auch die Branchen, in denen überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten und in denen Löhne, Entwicklungsmöglichkeiten und der gewerkschaftliche Organisationsgrad unterdurchschnittlich sind.

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